3 Gründe, warum wir Dinge tun - und wie du sie für dich nützen kannst

Wie immer zum Hören & Lesen.

Fragst du dich manchmal, warum andere Menschen auf eine bestimmte Art handeln?

Hinterfragst du dein eigenes Tun hin und wieder?

Überlegst du dir bei neuen Entscheidungen den besten Weg um alle zufrieden zu stellen?

  

Mit dem heutigen Beitrag möchte ich dir das Leben ein wenig erleichtern.

All das Planen, Denken und Entscheiden lässt sich nämlich auf drei Gründe reduzieren, warum wir handeln oder nicht. Wenn du dir dieser drei Gründe bewusst bist, und sie im Alltag auch immer wieder wahrnimmst, wirst du leichter Entscheidungen treffen und vor allem jene Wege wählen, die dir gut tun.

 

 

Bist du bereit? 

 

 


Die drei Gründe, warum wir Dinge tun sind:

Liebe, Angst & Schuld

 

Was ist damit gemeint?

 

Sehen wir uns ein ganz einfaches Beispiel an, das jeder kennt: die liebe Familie.

 

Nehmen wir an, deine Eltern sind schon in ihren 70ern. Dein Vater hat sich mit seinem Leben arrangiert und deine Mutter wünscht sich mehr Aufmerksamkeit (das ist jetzt vielleicht ein Klischee, aber ich sehe diese Konstellation bei sehr vielen meiner Kundinnen). Dein Leben ist ausgefüllt mit Arbeit, Kindern, Ehe, Haushalt, Hobbies und Freundinnen. Der Besuch bei den Eltern steht an.

 

Was ist der Grund dafür?

 

  1. Liebe: du hast das tiefe, innere Bedürfnis deine Eltern zu besuchen. Du freust dich drauf, hast eine wunderbare Zeit. Ihr genießt die Gegenwart des anderen und du fährst voll Energie nach Hause.
  2. Angst: Deine Eltern sind schon ein wenig gebrechlich und du hast Angst, dass sie nicht mehr lange hier sind. Eigentlich würdest du an diesem Wochenende lieber Zeit für dich haben, aber was, wenn es das letzte Mal ist, dass du sie siehst? Der Besuch ist ereignislos, da ihr euch ohnehin schon lange nicht mehr so viel zu sagen habt und du fährst mit einer gewissen Erleichterung nach Hause – bis zum nächsten Mal.
  3. Schuld: Wenn du deine Mutter anrufst, hörst du „Dass du dich Mal wieder meldest! Naja, bei deinem vollen Terminkalender bleibt halt keine Zeit für uns…“ Sofort hast du ein schlechtes Gewissen und vereinbarst einen Besuch. Beim Besuch dreht sich alles darum, wie selten deine Eltern dich sehen, warum denn die Enkelkinder nicht mehr so oft kommen und dass sie letztes Wochenende umsonst auf dich gewartet haben. Am Heimweg bist du erschöpft und fragst dich: "Warum tue ich mir das immer wieder an? Ich kann es ihnen ja eh nicht recht machen..."

 

Kommt dir das bekannt vor?

Vielleicht ist es ein wenig überzeichnet, aber der Kern trifft es. Gerade im zwischenmenschlichen Bereich überwiegen oft Angst und Verpflichtung als Antreiber. Eine Freundin, die man schon lange nicht mehr angerufen hat, weil sie ohnehin nur ihre eigenen Probleme loswerden möchte, die Verwandten, die man zu Geburtstag besucht, obwohl man keine Gemeinsamkeiten mehr hat oder die Nachbarin, die sich ständig beklagt, aber niemanden sonst hat.

 

Lass einmal deine letzten Kontakte Revue passieren. Wie sehr hast du dich darauf gefreut? Und wie hast du dich danach gefühlt? Daran erkennt du schnell ob du aus Liebe oder Verpflichtung gehandelt hast.

 

 

Diese drei Gründe finden auf alle unsere Entscheidungen Anwendung:

Sport & Freizeit:

Gehst du ins Fitness-Studio weil es dir Spaß macht, dich Mal so richtig auszupowern?

Oder gehst du hin, weil du dir Sorgen um deine Gesundheit und dein Gewicht machst?

Oder gehst du hin, weil du jeden Monat so viel Geld dafür bezahlst?

Arbeit:

Gehst du an den meisten Tagen mit Freude in die Arbeit und hast das Gefühl etwas Wichtiges zu tun?

Oder gehst du hin, weil du Angst hast nichts Besseres zu finden?

Sitzt du deine Zeit ab, weil es so im Arbeitsvertrag steht?

 

Gesundheit & Ernährung

Isst du den Salat weil er dir schmeckt? Bereitest du ihn mit Freude zu?

Oder gehört er zu deinem Speiseplan weil du Angst um deine Figur hast?

Hat dir dein Arzt erklärt, dass deine Ernährung Schuld an deinem hohen Blutdruck ist?

Wie du den Grund erkennst

Ein guter Indikator, ob wir etwas auf Liebe, Angst oder Verpflichtung machen ist, wie es uns dabei geht. Sobald die Grundlage Liebe ist, egal ob Liebe zur Person oder zum Tun, bekommen wir dadurch mehr Energie. Wir sind im Flow - und das ist ganz wichtig für unsere Gesundheit. Es fällt uns leicht, weil wir uns nicht dazu aufraffen, uns selbst zwingen oder überreden müssen. Wir sind am Abend vielleicht müde – aber zufrieden.

Anders sieht es aus, wenn wir etwas nur aus Verpflichtung oder Angst tun. Diese Momente kosten uns unheimlich viel Kraft und Energie.

Wenn du also sehr oft müde und erschöpft bist, frage dich: Wieviel mache ich ein meinem Leben aus Liebe? Und nein: alles nur aus Liebe zu machen ist eine Illusion. Aber alles nur aus Verpflichtung und Angst zu machen, ist für Körper und Seele schädlich. Wie immer brauchen wir Balance.

 

 

Was du tun kannst

Es gibt in jedem Job Tage, an denen man lieber zu Hause bleiben würde. Das ist ganz normal. Aber wenn jeder Tag so ist, dann gilt es einmal genau hinzuschauen und sich fragen: Was kann ich ändern? Vielleicht ist es die eigene Einstellung, die Abteilung oder tatsächlich der Job.

 

Wenn du eine fordernde Familiensituation hast, die mit viel Verpflichtung in Verbindung steht, kannst du dich fragen: Wo kann ich Hilfe bekommen? Kann mir jemand in der Familie etwas abnehmen? Kann ich den Kontakt zu sehr vereinnahmenden Eltern reduzieren? Und falls das alles nicht möglich ist: Was kann ich aus Liebe und Freude in meinem Leben tun? Wie kann ich gut für mich sorgen?

 

Gerade Menschen, die sich sehr viel um andere kümmern, vergessen oft auf sich selbst. Von vielen meiner Kundinnen höre ich, dass sie gar nicht mehr wissen was ihnen Freude macht und gut tut. Sie gehen so im Kümmern um andere auf, dass sie selbst dabei untergehen. Dies kann eine Zeit lang funktionieren, aber irgendwann wird sich die Seele über den Körper melden und die Reißleine ziehen.

 

Vielleicht fragst du dich jetzt: und was ist mit Wut und Hass? Viele Menschen agieren im Moment aus diesen Gefühlen, wie passt das dazu? Menschen, die aus Wut oder Hass regieren, haben als Basis meist Angst. Angst, etwas nicht kontrollieren zu können. Abwehr ist oft ein Schutzmechanismus und gibt dem Handelnden das Gefühl stark zu sein. Das gilt auch für Schuldzuweisungen. Dies soll keine Entschuldigung für viele Handlungen sein, sondern eine Erklärung um es zu verstehen. Überlege: wann warst du das letzte Mal so richtig wütend – und was war der Grund dafür?

 

Wie du also das Wissen um die drei Gründe unseres Handelns für dich nützen kannst:

Beobachte dich in den nächsten Tagen ein wenig selbst und frage dich:

  • Warum mache ich das gerade?
  • Tut es mir gut?
  • Gibt es mir Energie oder kostet es mir Kraft?
  • Was kann ich anders machen?
  • Wie kann ich gut für mich sorgen?

 

Und du wirst sehen, wie viele Dinge du aus Liebe tun kannst! Denn, wir haben es immer selbst in der Hand unser Leben zu verändern und zu genießen.

 

Ich hoffe, ich konnte dir wieder ein paar hilfreiche Inputs für mehr Gelassenheit im Alltag geben und würde mich über deine Sicht der Dinge freuen! Hinterlasse mir doch ein Kommentar, wie du zu diesem Thema stehst.

 

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Bis zum nächsten Mal!

Alles Liebe,

Angelika

 

 

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