Warum Abhängigkeiten und Perfektionismus dich deine Energie kosten

Warum Abhängigkeiten und Perfektionismus dich viel Energie kosten

Dies ist der zweite Teil der Reihe "Die 3 mächtigsten Energieräuber und wie du sie für immer besiegst." Im ersten Teil dreht sich alles um die Kleinigkeiten des Alltags. Falls du den Beitrag verpasst hast, kannst du ihn hier nachlesen & hören. 

 

Heute sprechen wir über deine Abhängigkeiten von Social Media, Serien, Zucker & Co und warum sie dir nicht nur Zeit, sondern auch Energie kosten. 

 

Danach erzähle ich dir, warum es im Leben völlig reicht, stabile 80 % zu geben um erfolgreich und gesund zu sein.

 

Wie immer gibt es den Beitrag zum Lesen & Hören!


der zweite Energieräuber:

Deine Abhängigkeiten

Nein, ich spreche nicht von Sucht. Ich spreche von Abhängigkeiten – und die haben wir alle.

Hier ein paar Beispiele: Zucker, Social Media, Serien, Zigaretten, Computerspiele, Einkaufen, das entspannende Glas Wein am Abend, Beziehungen, Sport,…

 

War da etwas für dich dabei? Hast du dir vielleicht bei einem, oder auch mehreren gedacht, "Stimmt. Ich gehöre da eindeutig dazu!"? In meinem Leben gab es immer wieder Dinge oder Verhaltensweisen, bei denen ich mir dachte, ohne sie nicht leben zu können. Zum Beispiel war es früher unvorstellbar, kein Buch zum Lesen zur Hand zu haben. Ich sehe wie du jetzt die Augen rollst und dir denkst „Ja klar, Lesen als Abhängigkeit pfffff“. Aber es war so. Ich wurde unruhig, wenn ich kein Buch zur Verfügung hatte. Ich bin mit vier Büchern in einen einwöchigen Urlaub gefahren und konnte nicht schlafen ohne ein paar Seiten zu lesen.

 

Es geht nie um die Sache, sondern um die Ablenkung

Und nein, es ging nicht um das Buch oder die Weiterbildung. Es ging um die Ablenkung. Wenn ich einen Roman lese, muss ich mich nicht mit meinem eigenen Leben auseinandersetzen. Es füllt die Leere und beruhigt die Sorgenstimmen in meinem Kopf. Genauso wie es Alkohol, Musik, Sport, Fernsehen, Einkaufen,…. machen. Jede Abhängigkeit ist im Grunde eine Flucht vor dem Alltag, eine Flucht vor dem eigenen Ich.

 

Als ich langsam altersweitsichtig wurde, habe ich auf Serien umgeschwenkt. Serien sind noch viel besser um aus unserem Alltag zu fliehen: Wir können über mehrere Staffeln am Leben anderer teilhaben und bekommen das Gefühl sie zu kennen – so als wären es unsere Freunde. Wir können mit ihnen Seiten von uns ausleben, die wir uns im Alltag nicht trauen, ganz sicher von unserer Couch aus.

 

Vielleicht sind es bei dir aber nicht Serien, sondern Social Media. Wie oft verlierst du eine Stunde damit durch deinen Feed zu scrollen?

 

Ablenkung kann in kleinen Dosen hilfreich sein

Nun ist nichts von dem Genannten grundsätzlich schlecht. Über Social Media kann man mit vielen Menschen in Kontakt treten. Abends eine unterhaltsame Serie anzuschauen, kann helfen vom harten Arbeitstag abzuschalten und die tägliche Joggingrunde ist gut für die Gesundheit. Kritisch wird es, wenn wir nicht mehr ohne diese Sache sein können.  

 

Wie geht es dir bei dem Gedanken eine Woche ohne Smartphone zu sein? Ohne Fernseher? Ohne Sport? Ohne Ablenkung – nur mit dir?

 

Meditations- Achtsamkeitsübung "Medienfasten"

Es gibt eine buddhistische Achtsamkeitsübung, die sich „Medienfasten“ nennt. Das bedeutet, dass du für einen bestimmten Zeitraum auf alle Ablenkungen durch Medien verzichtest: Fernsehen, Radio, Zeitung, Internet, Bücher,

 

Als ich diese Übung neulich in einem Webinar zum Thema Achtsamkeit vorgestellt habe, fragte eine Teilnehmerin: „Das bedeutet dann, dass ich die ganze Zeit nur rumsitze und in die Luft schaue?“ Nein, das bedeutet es nicht. Du kannst spazieren gehen, kochen, putzen, basteln, zeichnen,…. Nur eben ohne Ablenkung und Hintergrundgeräusche.

 

Nur du und die Tätigkeit – und vielleicht deine Gedanken.

 

Ich gebe zu, es ist keine einfache Übung, vor allem mit Familie, aber du erkennst dadurch, wie abhängig du von Stimulation von außen bist und wie laut es in dir ist, wenn alle Ablenkungen wegfallen. Und du erkennst auch, wieviel Zeit du eigentlich hast, wenn du sie nicht verschwendest.

 

Wenn KundInnen zu mir kommen, weil sie erschöpft sind und keine Freude mehr in ihrem Leben haben, liegt es oft daran, dass sie sich zu sehr in ihren Abhängigkeiten verloren haben. Sie wissen gar nichts mehr mit sich anzufangen, ohne Arbeit und Beschallung von außen. Und sie haben Angst mit sich alleine zu sein. 

Wann wird Ablenkung zum Problem?

Die Frage ist immer nur: Wie geht es dir dabei und danach? Genießt du den Film? Amüsierst du dich und bist gespannt wie er endet? Bist du nachher motiviert, wieder in dein eigenes Leben zurück zu kehren? Perfekt – dann gibt es dir Energie. Wenn du aber nach einem Nachmittag mit Social Media oder YouTube erschöpft, deprimiert und müde bist, wird es Zeit loszulassen und etwas zu ändern.

 

Abhängigkeiten nehmen uns nicht nur Energie, sondern auch die Kontrolle. Wenn du abends ohne das Glas Wein nicht mehr entspannen kannst, ohne Fernsehen nicht weißt was du tun sollst und wenn du unbedingt noch ausgehen musst, weil es zu Hause zu still ist, dann haben deine Abhängigkeiten die Kontrolle übernommen. Indem du dich ihrer bewusst wirst, kannst du dir die Kontrolle zurückholen, die Abhängigkeiten in gesunde Schranken verweisen und wieder mehr dein eigenes Leben leben.

der dritte Energieräuber:

Dein hoher Anspruch an dich selbst

Gehörst du zu den Menschen, die immer alles zu 120% perfekt machen wollen? Hier kommt dein Reality Check: 120 % geht gar nicht. 100 % ist möglich – aber nicht ständig 24/7. Mit stabilen 80 % fährst du jedoch sehr gut, denn dann hast du, wenn es wirklich wichtig ist, immer noch Reserven.

 

"Aber das heißt jetzt, dass ich nie etwas perfekt mache", rufst du. Kann sein, aber es ist auch nicht unbedingt nötig.

 

Nehmen wir ein Beispiel: Du schreibst einen Blogbeitrag wie diesen hier. Du liest ihn 20 Mal durch, um ihn auf Rechtschreibfehler zu überprüfen und bei jedem Durchlesen entdeckst du, dass du noch etwas hinzufügen kannst. Du bist nie zufrieden und bastelst somit ewig daran herum, anstatt ihn einfach zu veröffentlichen und damit den Menschen in ihrem Problem weiter zu helfen. Ich gebe zu, ich habe oft Flüchtigkeitsfehler in meinen Texten – vor allem Beistriche – aber ich weiß, dass absolute Genauigkeit nicht meine Stärke ist und ich somit nur viel Zeit verschwende. Ich gehe davon aus, dass du mir den einen oder anderen Fehler verzeihst, wenn dir dafür der Text weiterhilft.

 

Auch im Studium habe ich meist nach dem Minimalprinzip gearbeitet, denn um ein Wirtschaftsstudium und nebenbei 3 Jobs zu schaffen, musste ich mit meiner Energie und meiner Zeit haushalten. Und trotzdem habe ich teilweise sehr gute Noten bekommen, denn gerade bei Prüfungen kommt es auf gezielte Vorbereitung und ein wenig Glück an.

 

Gib dein Bestes - und den Rest lass dir schenken

Jetzt soll dieser Beitrag kein Plädoyer dafür sein, sich durchzumogeln. Ganz im Gegenteil. Ich fordere dich auf, konzentriert und fokussiert dein Bestes zu geben ohne dich permanent zu überfordern. Es auch einmal gut sein zu lassen. Arbeiten an deine Kollegen zu delegieren, auch wenn es dann nicht ganz deinem perfekten Standard entspricht. Ich bitte dich, deinen hohen Standard zu hinterfragen: ist es wirklich immer und überall nötig perfekt zu sein? Oder gibt es auch Bereiche, in denen 80% reichen?

 

Es gibt ein schönes Yoga Mantra, das lautet "Ich gebe mein Bestes und den Rest lasse ich mir schenken". Beachte, dass es nicht heißt: "Ich gebe immer 120%, arbeite mich zu Tode und bekomme die besten Resultate".

 

Lass deine Erwartung an das Ergebnis los

In der Yogaphilosophie geht man davon aus, dass wir immer unser Bestes geben, gleichzeitig gut auf uns achten und das Ergebnis nicht wichtig ist. Es geht immer um das Tun selbst. Dieses Tun soll mit Freude ausgeführt werden, unter Einbeziehung all unserer Fähigkeiten und Talente. Und dann lassen wir es los und gehen zur nächsten Aufgabe über. (Wir checken also nicht nach jedem Post wieviel Likes wir dafür bekommen haben...)

 

Wie oft hast du schon ein (deiner Meinung nach) perfektes Ergebnis abgeliefert und warst dann enttäuscht, dass es nicht ausreichend gewürdigt wurde? Dass niemand anerkannt hat, wieviel Zeit und Energie du in die Sache investiert hast? Wenn du das vorher gewusst hättest, hättest du es dir leichter gemacht, nicht wahr?

 

Genau das meint die Yoga Philosophie mit dem Loslassen des Ergebnisses. Wenn du nicht mehr darauf angewiesen bist, dass deine Leistung gelobt wird, kannst du dir selbst die Wertschätzung im Tun geben und es genießen. Du bist dann unabhängig von der Bewertung anderer und damit hast du einen großen Energieräuber eliminiert.

Wie du es umsetzen kannst

Das klingt in der Theorie alles sehr schön, aber wie sollst du das jetzt umsetzen?

Wenn du wissen willst, wie du diese Prinzipien auf dein Leben umlegen kannst, kontaktiere mich zu einem kostenfreien Erstgespräch per Zoom. Lass uns gemeinsam deine Energieräuber finden und aus deinem Leben befördern – damit du 2022 zu deinem Jahr machen kannst.

 

Du kannst auch meiner Facebook-Gruppe "Heitere Gelassenheit" beitreten, wo wir regelmäßig an einem glücklichen Leben arbeiten und / oder mir auf Instagram folgen, wo ich laufend Tipps gebe!

 

Ich freu mich auf dich!

Alles Liebe,

Angelika

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